Das Elektrobus-Projekt elektrisiert. In kaum ein anderes Projekt haben wir so viel Zeit, Geld und Herzblut investiert. Und das aus gutem Grund: In unserer Stadt rechnen sich Elektrobusse aufgrund der speziellen Topografie nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich. Diese einmalige Chance gilt es zu packen! Dank sauberem Wasserkraftstrom
aus dem eigenen Rheinkraftwerk fahren unsere Busse CO
2-frei.

 

Elektrobusse sind leise und produzieren keine Abgase in den Quartieren. Sie sind deshalb eine gute Investition in die Schaffhauser Lebensqualität.


Überzeugen Sie sich selbst, steigen Sie ein und fahren Sie mit uns Richtung Zukunft!

 

Warum Schaffhausen?

Schaffhausen eignet sich aussergewöhnlich gut für die Elektrifizierung des städtischen Busnetzes. Weil unsere Stadtbus-Linien in der Form einer 8 angelegt sind, entsteht ein getakteter und regelmässiger Kontaktpunkt am Bahnhof. Dort können die Busse an zentraler Stelle während des fahrplanmässigen Haltes aufgeladen werden. Da der Bahnhof Schaffhausen topografisch im Tal liegt, kann auf den abwärts führenden Rückfahrten die Bremsenergie in die Batterie zurückgewonnen werden (rekuperieren). Die benötigte Ladeinfrastruktur wird im Keller der Hauptpost an der Bahnhofstrasse untergebracht.

Warum gerade jetzt?

Die Erneuerung der VBSH-Busflotte steht an. Die ältesten Fahrzeuge erreichen in den nächsten Jahren das Ende ihrer Lebensdauer und müssen fortlaufend ersetzt werden.

 

Bis vor ein paar Jahren wurden im städtischen Parlament zur Antriebsart der Stadtbusse heftige Debatten ausgetragen. Während die linke Ratsseite aus ökologischen Gründen den Ausbau des Trolleybusnetzes forderte, lehnte dies die bürgerliche Ratsseite wegen der höheren Kosten ab. Heute sind dank des technologischen Fortschrittes Elektrobusse mit Schnellladung und ohne Fahrleitungen marktreif. Weil diese Elektrobusse gleichzeitig umweltfreundlich und wirtschaftlich sind, ist die Zeit der politischen Grabenkämpfe vorbei. Alle Parlamentarier von links bis rechts stimmten der Vorlage zu.

Schaffhausen ist auch deshalb der richtige Standort für Elektrobusse, weil sich in Bahnhofsnähe das stadteigene Wasserkraftwerk befindet. Die Spezialisten von SH POWER sorgen dafür, dass die Busse mit genügend und umweltfreundlichem Strom versorgt werden. Die Stadt ist Bestellerin des Ortsverkehrs, Eigentümerin der VBSH, hat ein Elektrizitätsunternehmen mit eigenem Kraftwerk und ist verantwortlich für die Haltestellen. Dank dieser umfassenden Zuständigkeit bei der Stadt werden Schnittstellen vereinfacht und es entsteht ein starkes Projektteam.

 

GEMEINSAM FÜR SCHAFFHAUSEN.

Wie funktioniert das?

Die Schaffhauser Stadtbusse fahren weiterhin wie gewohnt. Die Elektrobusse verkehren auf denselben Linien und halten an den gleichen Haltestellen. Die einzige Veränderung: Dank der Ladearme am Bahnhof werden die Elektrobusse innerhalb kurzer Zeit wieder mit Strom aus Wasserkraft aufgeladen und sind bereit für die nächsten Fahrten nach Hause, ins Büro oder ins Kino.

Ist das wirklich umweltfreundlich?

Ja. Für die CO2-Bilanz kommt es auf die Herkunft des verwendeten Stromes an. Anders als in Deutschland, wo oft ein Strommix mit Energie aus Kohlekraftwerken zum Einsatz kommt, wird in Schaffhausen der umweltfreundliche Wasserkraftstrom des stadteigenen Flusskraftwerkes eingesetzt. Damit ist der Betrieb in Schaffhausen 100 % CO2-neutral. Und weil unsere Busse mit dem Schnelllade-System ausgestattet sind, benötigen sie kleinere Akkus und somit weniger Ressourcen.

Gemessen am CO2-Ausstoss schneiden unsere Elektrobusse in der Umweltbilanz bereits nach 100 Tagen besser ab als Dieselbusse. Bei kompletter Umstellung der Stadtbusflotte werden die VBSH jährlich rund 3 000 Tonnen CO2 einsparen können. Die Schaffhauser Elektrobusse werden übrigens mit Solarstrom gefertigt, was die Umweltbilanz nochmals deutlich verbessert.

Ist die Rohstoff-Gewinnung ethisch vertretbar?

Sind Elektrobusse nicht teurer?

Elektrobusse verursachen zwar höhere Anfangsinvestitionen als Dieselbusse. Diese werden allerdings dank tieferen Betriebskosten über die ganze Lebensdauer wieder eingespielt. Auf lange Sicht rechnet sich die Investition in Elektrobusse also. Dass für die Wirtschaftlichkeit die Betriebskosten entscheidend sind, zeigt dieses Beispiel: Der während der ganzen Lebensdauer benötigte Treibstoff eines Dieselbusses kostet nochmals so viel wie der Kauf des Dieselbusses.

 

Die Flottenerneuerung hat übrigens keinen Einfluss auf die Billettpreise: Die Abonnemente und Einzelbillette werden sich deswegen nicht verteuern.

Die Umwelt- und Arbeitsbedingungen bei der Rohstoffgewinnung sind Themen, die diskutiert und beachtet werden müssen. In der äusserst aufwändigen Ausschreibung zur Beschaffung der Elektrobusse wurde deshalb auch auf diese Aspekte viel Wert gelegt und – wo kontrollierbar – auch als Bedingung in der Bewertung berücksichtigt.


Es trifft aber zu, dass die Rohstoffgewinnung in den Her- kunftsländern nicht unserem Verständnis von umweltgerechtem und sozialem Handeln entspricht. Hier sind Verbesserungen nötig. Da die Batterien dank dem Schnelllade-System kleiner sind, wird weniger Lithium und Kobalt benötigt. Im Vergleich zur Förderung von Erdöl ist die Rohstoffgewinnung für den Elektrobus aber über- schaubar und mit wesentlich weniger Schäden für Mensch und Umwelt verbunden.

Setzen wir auf die richtige Technologie?

Im Zusammenhang mit alternativen Antriebsarten wird neben der Elektro- auch die Wasserstoff-Technologie immer wieder ins Spiel gebracht. Aktuell ist den VBSH kein einziger, marktreifer Wasserstoffbus bekannt. Elektrobusse hingegen gibt es in Europa rund 3 000, in China sind es über 300 000. Der Wasserstoffbus weist zudem einen viel schlechteren Wirkungsgrad auf und der Umgang mit dem hochexplosiven Wasserstoff ist ein Problem. Die Wasserstoff-Technologie ist bei Langstreckenfahrten (grosse Reichweite) und unplanbaren Routen im Vorteil. Im öffentlichen Nahverkehr sind die Routen hingegen kurz und planbar.

Funktioniert das wirklich?

Ja. Elektrobusse sind marktreif und bereits in vielen Städten Europas erfolgreich unterwegs. Das System ist so konzipiert, dass es auch bei widrigsten Rahmenbedingungen mit Minustemperaturen oder grosser Hitze fehlerfrei funktioniert. Die Busse sind sicher, komfortabel und entsprechen den heutigen Ansprüchen an einen modernen öffentlichen Verkehr.

Die Stadt hat in der Vergangenheit schmerzhafte Erfahrungen gemacht mit gescheiterten Projekten und daraus gelernt. Die Technologie der Elektrobusse ist ausgereift und andernorts produktiv im Einsatz. Die VBSH haben sich umfassend mit einem Werkliefervertrag mit Vertragsstrafen abgesichert. Zudem wird eine professionelle Projektorganisation eingesetzt. Das Projektvorgehen mit Zwischenschritten und klar definierten Meilensteinen reduziert das Risiko und ermöglicht, Probleme rasch zu erkennen und wenn nötig, Massnahmen zu ergreifen.

Was habe ich persönlich davon?

Alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Schaffhausen gewinnen mit der Umstellung auf Elektrobusse. Elektrobusse verursachen viel weniger Lärm und sorgen so für einen besseren Schlaf in den Quartieren. Zudem stossen Elektrobusse keinerlei Abgase aus und verbessern damit unsere Luftqualität. Unsere Elektrobusse bieten einen hohen Fahrkomfort mit viel Platz für Kinderwagen und Rollstühle. Die Fahrzeuge sind bestens auf diese Bedürfnisse vorbereitet und verfügen über eine automatisch ausfahrbare Rollstuhlrampe. Die Elektrobusse sind auch deshalb eine gute Investition in die Schaffhauser Lebensqualität.

Wann geht's los?

Während der Publifahrten «VBSH ON TOUR» kann sich die ganze Bevölkerung ein eigenes Bild des Elektrobusses machen. Am 17. November 2019 stimmen die Schaffhauser Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die Einführung von Elektrobussen ab.


In der ersten Etappe werden im Sommer 2020 je ein Solo- und ein Gelenkbus ausgiebig getestet, bevor bis 2022 weitere 13 Elektrobusse schrittweise in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig wird die ganze Ladeinfrastruktur am Bahnhof Schaffhausen und im Busdepot installiert.


In einer zweiten Etappe werden sukzessive sämtliche anderen Busse am Ende ihrer Lebensdauer durch die neuen Elektrobusse ersetzt. Die zweite Etappe muss noch vom Parlament genehmigt werden und soll bis spätestens 2027 abgeschlossen sein.


DANACH HEISST ES:

VOLLE FAHRT RICHTUNG ZUKUNFT.

FÜR UNS ALLE. FÜR SCHAFFHAUSEN.

1. Etappe im

2020

Lieferung von einem 12- und einem 18-Meter-Elektrobus. Installation eines Ladearmes im Depot sowie von zwei Übernachtladestationen. Installation von zwei Ladearmen am Bahnhof Schaffhausen.

2. Etappe bis

2022

Ersatz der ersten 15 Dieselbusse durch Elektrobusse mit einem Schnellladesystem sowie vollständiger Aufbau der Ladeinfrastruktur am Bahnhof Schaffhausen.

3. Etappe bis

2027

Schrittweise Umstellung der gesamten Busflotte im Stadtverkehr auf Elektrobusse. Ablösung der bestehenden Dieselfahrzeuge bei Erreichen deren Lebensdauer.

 

Informationszentrum

Bahnhofstrasse 34, 8200 Schaffhausen

Täglich vom 14. September bis 11. Oktober 2019

Montag bis Freitag: 09.00 bis 12.15 Uhr / 13.15 Uhr bis 17.00 Uhr

Donnerstag: 09.00 bis 12.15 Uhr / 13.15 Uhr bis 20.00 Uhr

Samstag und Sonntag geschlossen

Die Öffnungszeiten werden den Publifahrten angepasst 
und können abweichen.

Verkehrsbetriebe Schaffhausen

Ebnatstrasse 145, 8207 Schaffhausen

www.vbsh.ch